Der zerbrochene Engel

19. Nov. 2009 | Von admin | Kategorie: Engel, Geschichten + Gedichte

Es ist schon eine Weile her, da habe ich meinem Mann einen kleinen Rosenquarz-Engel geschenkt. Er sollte ihn bei sich tragen, um sich immer wieder daran zu erinnern, daß seine Engel bei ihm sind und ihn schützen.

Der kleine Engel wurde schnell ein treuer Begleiter. Es wurde zur Gewohnheit, daß mein Mann ihn überall mit hinnahm und nie vergaß, ihn in die Tasche zu stecken.

Leider kam ein paar Monate später auch mal der Moment, da das kleine Engelchen fliegen lernte.

Mein Mann hatte einen Unfall, bei dem er sich das Handgelenk übel verletzte. Er schnitt sich sehr tief in das Handgelenk, doch glücklicherweise verfehlte er die Hauptschlagader knapp. In der verständlichen Eile mit Wundversorgung, Sanitäter und Krankenhaus, fiel der Engel aus der Tasche, prallte auf den Steinboden, wobei ihm die Flügel zersplitterten.

Erst Monate später, nachdem die Wunde verheilt und der Alltag wieder eingekehrt war, viel mir der beschädigte Engel auf. Auf meine Frage, ob er den Engel nicht wegwerfen wolle – ich würde ihm auch einen Neuen schenken -  meinte mein Mann:

“Nein, den Engel gebe ich nicht her, auch wenn er keine Flügel mehr hat.
Schließlich hat auch er mich nicht weggeworfen, als ich mir den Arm verletzt habe.”

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P.S.: Den Engel hat er immernoch!

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3 Kommentare to “Der zerbrochene Engel”

  1. Barbara sagt:

    Absolut verständlich von Deinem Mann! Engel ist eben nicht gleich Engel, auch wenn er etwas gelitten hat. Und ich finde, sooo stark beschädigt ist er gar nicht. Die Flügel sieht man ja noch! Dinge nehmen eben die Energie an, mit der sie berührt wurden. Und dieser Engel trägt die Liebe von Dir in sich. Wie könnte da Dein Mann ihn wegwerfen?!

    Grüssle!

    Barbara

  2. Cordula sagt:

    Das mag wohl sein :-)
    Ich denke, man braucht auch manchmal so kleine Dinge, die uns erinnern. Sei es an die Engel oder auch an solche einschneidenden Ereignisse (im wahrsten Sinne des Wortes ;-) ).

  3. Ich glaube, der Engel hat sich für Deinen Mann geopfert. So hart wie er hätte auch Dein Mann “aufschlagen” können.
    Vielleicht kann man sagen: Das war seine Aufgabe.

    Grüße von Johannes

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